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in keinem Geschichtsbuch der Welt nachzulesen, aber in den Herzen der Kyllburger Narren manifestiert
von Otmar Schiffmann
Freiherr von Schawen: Otmar Schiffmann
Hanswurst: Simeon Steinke
Schwarzer: Dominik Reinhard/Alexander Pauly
Pagen: Andreas Schneider, Christian Felz
Im Mittelalter lebte der Freiherr von Schawen als Lehnsherr im Distrikt "auf Scharret" im Kyllburger Bann. Zu dieser Zeit gab es überall Kämpfe und Kriege zwischen den untereinander zerstrittenen Rittern. Der Freiherr von Schawen, wegen seiner Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft von seinen Untertanen geliebt und geachtet, zog einst aus, um Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in die Welt zu bringen.
Auf seinen Reisen in der weiten Welt kämpfte er stets für Gerechtigkeit und half jedwedem Unterlegenen gegen die Tyrannei.
Nach 30-jährigem Freiheitskampf, in dem er sich vor allem wegen seines Mutes im Kampf für die Gerechtigkeit einen Namen gemacht hatte, beschloss er, wieder in seine Heimatstadt Kyllburg zurückzukehren.
Doch sein Ruf als "guter Herr" war ihm bereits weit vorausgeeilt. Als er gemeinsam mit seinen zwei Weggefährten am 11 Tag des 11 Monats (Jahreszahl nicht genau geklärt) über die Kyll seiner Heimatstadt entgegenruderte, war die ganze Bevölkerung des Orts am Kyllufer versammelt. Sie begrüßten "ihren" Lehnsherrn freudenstrahlend mit tobendem Beifall freudigen Gesängen.
Tief beeindruckt über den herzlichen Empfang durch seine Untertanen beschloss der Freiherr, gemeinsam mit seinen Untertanen seine unversehrte Rückkehr ausgiebig zu feiern.
Weil die Kyllburger Bevölkerung schon immer verstand, die Feste ausgiebig zu feiern, zog sich die "Narretei" über einige Monate hinweg bis ins neue Jahr hinein.
Erst als der Klerus (Kirche) ihm dass ausschweifende Feiern mit Beginn des "Aschermittwochs" untersagte, beendeten der Freiherr von Schawen und seine Untertanen ihr närrisches Treiben und wendeten sich wieder ihrer normalen Arbeit zu.
Seit dieser Zeit wird in Kyllburg ab dem 11. November bis einschließlich Fastnachtsdienstag der Karneval in Kyllburg ausgiebig von der gesamten Bevölkerung unter der Schirmherrschaft "ihres" Freiherrn von Schawen gefeiert.
Auf seinen Reisen durch die weite Welt erlebte der Freiherr von Schawen viel Elend und Ungerechtigkeit. Traurig saß er nach seinem Tagwerk, also dem Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit, am Feuer und war in Sorge darüber, dass er die sich selbst gestellte Aufgabe nicht zur Zufriedenheit aller lösen könne.
Da gesellte sich ein Hofnarr zu ihm, der durch sein lustiges und freudiges Gehabe den Freiherrn aufmunterte und ihn darin bestärke, seinen Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit fortzusetzen.
Im fernen Afrika befreite der Freiherr von Schawen einst einen Mohr, den ein Tyrann aus der Neuen Welt von einem Sklavenhändler für den Preis eines Talers erworben hatte. Über die wiedergewonnene Freiheit war der Mohr dem Freiherrn von Schawen so dankbar, dass er seinem Befreier schwor, ihn bis ans Ende seiner Tage zu begleiten und ihm zu dienen.
Lesen Sie ergänzend auch folgenden Artikel: Warum Kyllburg keinen Karnevalsprinzen hat.